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Samstag, 9. November 2013

Cambodia

Part 1

"Fly to Cambodia" sang seiner Zeit die gute Kim Wild und leider am Ende auch "lost inside Cambodia". Ich hoffe das passiert mir nicht...

Meine Tage in Bangkok sind nun erst einmal gezählt. Heute stand ein Ortswechsel nach Siem Reaap / Kambodscha auf dem Programm. Der dritte Besuch des einstmals unscheinbaren Ortes, der sich durch die rasant gestiegene Popularität des Weltkulturerbes Angkor explosionsartig entwickelt und vergrößert hat. Zum einen kann ich mich an den Tempeln von Angkor kaum satt sehen und bin natürlich auch gespannt auf Bilder aus neuer Perspektive, zum anderen hängt da noch eine persönliche Geschichte an diesem Ort. 

Als ich 2008 zusammen mit meinem Freund Peter den ersten Besuch machte, fotografierten wir entlang eines Flusses eine siebenköpfige Familie in einer einfachen Bambushütte und hatten einen netten Kontakt mit aufgeschlossen Menschen, die sich unser Interesse an ihnen wohl kaum erklären konnten. Als ich 2011 zum zweiten Mal die Stadt besuchte hatte ich Fotos der Familie dabei mit der Idee die Hütte erneut auf zu suchen und den Menschen mit den Bildern eine Freude zu bereiten. Trotz zu dieser Zeit komplett überfluteten Flussufers fand ich exakt die Stelle an welcher die Hütte stand. Sie war einfach weg. Nachbarn wussten zu berichten, dass die Familie genötigt worden war den Standort zu verlassen und nun weiter außerhalb wohnte. Ich könnte die Bilder "zur Weiterleitung" dort lassen versprach man. 

Mit wie viel Aussicht auf Erfolg der Lieferung wusste ich nicht ein zu schätzen. Bilder also mit schönem Gruß sowie Kontaktadresse beschriftet und abgegeben. Wochen später bekam ich eine Email vom ältesten Sohn der Familie, der mittlerweile auf ein College ging und sich überschwänglich für die Fotos bedankte. Seit dieser Zeit rissen die Nachfragen, wann ich denn mal wieder käme nicht ab. Der Kontakt intensivierte sich, Facebook sei Dank ;-) und ist eine Gelegenheit gekommen einen weiter Besuch in die Tat um zu setzen. So haben wir uns verabredet, seine Familie wohnt derweil wieder näher bei, so dass ein wiedersehen in Aussicht steht. Ich freue mich und bin gespannt.

Part 2
3:15 Uhr im Bett, die Polen waren Schuld ;-) 5:00 Uhr wieder aufstehen und zum Airport hasten. Was ein Lebenswandel. Das soll Urlaub sein? Nach anstrengendem einstündigen Flug mit einem Mopedtaxi und 32 kg Gepäck ins "European Guesthouse" gefahren, wo ich bereits angekündigt bin. Alles bestens und ich kann direkt nach dem Einchecken meinen kambodschanischen freund Heng kontaktieren, ihm meine Adresse mitteilen. Kaum eine halbe Stunde später steht er vor meiner Tür.

























Nach herzlicher Umarmung und reichlich Informationsaustausch fahren wir auf seinem Moped in die Stadt. Er hat sogar die Bilder dabei, die ich 2011 mitgebracht habe. Es geht ins örtliche Krankenhaus, wo seine Mutter auf eine Kehlkopfoperation Anfang nächster Woche wartet. Heng`s Schwester ist auch schon da. Auch hier ist die Wiedersehensfreude groß und wir erinnern uns gemeinsam an die damaligen Geschehnisse. Die Hütte ist einfach von der Regierung ersatzlos platt gemacht worden, weil man an der Stelle nun eine Park ähnliche Anlage errichtet hat. Niemand wurde entschädigt. 
























Heng ist nur mal von der Arbeit geflüchtet um den Besuch bei mir und seiner Mutter machen zu können. Nach einem gemeinsamen Drink muss er wieder los und wir schauen mal, wann wir uns wieder treffen können.
























Da soll sich doch in Deutschland niemand mehr über Dreibettzimmer beschweren...

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